N° 44-2016

Galileo-Satelliten erstmals im Viererpack gestartet

17 November 2016

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Mit einer Ariane-5-Trägerrakete wurden heute vier weitere Galileo-Satelliten gestartet, womit die Errichtung des neuen Navigationssatellitensystems ein gutes Stück vorangekommen ist.

Der von Arianespace betriebene Raumfahrzeugträger mit den Galileo-Satelliten Nr. 15 bis 18 an Bord hob um 14:06 Uhr MEZ (10:06 Uhr Ortszeit) von Europas Raumflughafen in Kourou in Französisch-Guayana aus ab. Das erste Satellitenpaar wurde 3 Stunden 35 Minuten und 44 Sekunden nach dem Start, das zweite Paar weitere 20 Minuten später ausgesetzt.

Nachdem die Galileo-Satelliten von der neuen, auf vier Satelliten ausgelegten Aussetzvorrichtung reibungslos freigesetzt wurden, haben sie nun ihre anvisierte Bahnhöhe erreicht.

In den kommenden Tagen werden die Flugbetriebsingenieure die Satelliten auf ihre endgültigen Einsatzumlaufbahnen manövrieren und sie anschließend verschiedenen Tests unterziehen, damit sie in etwa sechs Monaten vollständig in die Konstellation integriert werden können.

Die Galileo-Konstellation ist mit dem heutigen Start auf 18 Satelliten angewachsen.

Mit den bereits auf ihren Umlaufbahnen befindlichen Satelliten wird die Europäische Kommission gegen Jahresende die Aufnahme erster Dienste ankündigen können.

Alle 14 bisher gestarteten Satelliten wurden in Doppelstartkonfiguration an Bord von Sojus-Fregat-Trägerraketen in den Weltraum befördert.

Da uns nun die schubstarke Ariane-5 zur Verfügung steht, können wir die Errichtung der Galileo-Konstellation schneller zu Ende bringen und das System somit voll einsatzbereit machen“, erklärte Paul Verhoef, ESA-Direktor für das Galileo-Programm und Navigationstätigkeiten.

2017 und 2018 sind zwei weitere Ariane-5-Starts geplant. Das vollständige, aus 24 Satelliten plus den Ersatzsatelliten bestehende System soll bis 2020 errichtet sein.

„Mit diesem 75. gelungenen Start in Folge hat die Ariane-5 einen neuen Rekord für in Europa entwickelte Trägerraketen aufgestellt und einmal mehr ihre Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt“, fügte Daniel Neuenschwander, ESA-Direktor für Raumfahrzeugträger hinzu.

Über Galileo

Galileo ist Europas ziviles globales Satellitennavigationssystem. Mit ihm werden sich Nutzer auf der ganzen Welt äußerst präzise und zuverlässig räumlich und zeitlich positionieren können. Nach seiner Fertigstellung wird das System aus 24 aktiven Satelliten und dem Bodensegment bestehen, um Ortungs-, Navigations- und Zeitgebungsdienste zur Verfügung zu stellen.

Galileo ist ein Programm der EU und wird von ihr finanziert. Die Europäische Kommission hat die Gesamtverantwortung für das Programm und ist für die Leitung und Überwachung der Durchführung sämtlicher Programmtätigkeiten verantwortlich.

Die ESA ist für Galileo mit der Errichtung, dem Entwurf und der Entwicklung der neuen Systemgeneration sowie den technischen Entwurfsarbeiten für die Infrastruktur beauftragt. Die Definitions- und die Entwicklungsphase sowie die Phase der orbitalen Validierung (IOV) wurden von der ESA durchgeführt und von ihr und der Europäischen Kommission gemeinsam finanziert.

Die Sicherheit und die Betriebsaufnahme von Galileo stellt die Agentur für das Europäische GNSS (GSA) sicher. Sie wird ab 2017 auch mit dem Betrieb und der Erbringung der Dienste beauftragt sein.

Über die ESA

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA), Europas Tor zum Weltraum, ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern in Europa und anderswo zugutekommen.

Die ESA hat 22 Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik, Ungarn und das Vereinigte Königreich. Davon sind 20 auch Mitgliedstaaten der EU.

Die ESA arbeitet förmlich mit sieben anderen EU-Mitgliedstaaten zusammen. Auch Kanada nimmt im Rahmen eines Kooperationsabkommens an bestimmten ESA-Programmen teil.

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen. Des Weiteren arbeitet sie eng mit der EU zusammen, um die Programme Galileo und Copernicus zu verwirklichen.

Die ESA entwickelt Raumfahrzeugträger, Satelliten und Bodenanlagen, um sicherzustellen, dass Europa bei Raumfahrtvorhaben weltweit an der Spitze bleibt.

Sie entwickelt und startet Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten, schickt Raumsonden in entlegene Regionen des Sonnensystems und beteiligt sich an der bemannten Exploration des Weltraums.

Mehr über die ESA: www.esa.int.

 

Nähere Auskunft erteilt:

ESA-Referat Medienbeziehungen

Tel.: + 33 (0)1 53 69 72 99

E‑Mail: media@esa.int

 

 

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