Erste Schritte: Menschen fliegen wieder zum Mond

27 September 2017

In der ersten Phase der Erforschung des Mondes gehörten Neil Armstrong und Buzz Aldrin zu den Hauptdarstellern. Die ESA visiert nun eine neue bemannte Mondmission an, die noch viele weitere Akteure umfassen soll. 

Die Europäische Weltraumorganisation sondiert den Markt für Transportdienstleistungen zum Mond. So werden die technologischen Grenzen ausgetestet und gleichzeitig neue Geschäftsmodelle für die Weltraumexploration entwickelt.

Die Landung auf dem Mond war ein monumentaler Moment der Menschheitsgeschichte. Es dauerte nur acht Jahre, in denen dafür enormer Aufwand betrieben wurde, bis die ersten Menschen die Mondoberfläche erreichten. Anfangs dauerte der Aufenthalt auf dem Mond weniger als einen Tag. Diese und die folgenden Missionen haben uns viel über den Mond, unsere kosmische Zeitkapsel, gelehrt. Seit der Apollo-17-Mission im Jahr 1972 hat es allerdings keinen bemannten Raumflug zum Mond mehr gegeben.

Mit der heute zur Verfügung stehenden Technik wäre es einfach, erneut zum Mond zu fliegen. Allerdings ist die Entwicklung des Fluges sowie die Mitnahme der Dinge, die man zum Überleben braucht, immer noch schlichtweg zu teuer. Die ESA will die nächste Mondmission nachhaltig sowie auf der Basis von Partnerschaften – mit anderen Raumfahrtorganisationen und Unternehmen – gestalten.

Ein kommerzieller Ansatz könnte genau dies möglich machen und so buchstäblich das Ticket zum Mond sein. Anstatt eine komplett neue Landemission aufzulegen, ein Prozess, der lange dauert und viel kostet, möchte die ESA die wertvollen Forschungsgeräte an Bord eines kommerziellen Landers zur Mondoberfläche bringen. Von dort aus würde die ESA auch die„Roaminggebühren"für die Kommunikation mit der Hardware auf der Erde zahlen.

Um die Rückkehr zum Mond wahrhaftig nachhaltig zu gestalten, müssen wir aber auch die Mondressourcen nutzen. Deswegen sucht die ESA nicht nur Partner für den Transport und die Kommunikation, sondern will auch in die Entwicklung von Technologien investieren, die lunares Material in Sauerstoff und Wasser umwandeln – Stoffe, die für die menschliche Erkundung des fernen Weltraums unabdingbar sind. Eine andere Option wäre, die Nutzung solcher Technologien einzukaufen.  

Warum sich die ESA so auf das Thema Nachhaltigkeit konzentriert? Nur wenn es bei der Weltraumexploration um nichts weiter gehen würde, als bestimmte Ziele im All zu erreichen, würde es Sinn machen, lediglich weiter entfernte, bisher unentdeckte Orte unseres Sonnensystems ins Auge zu fassen. Das Apollo-Programm hat zwar bereits bahnbrechende Erkenntnisse über den Mond geliefert, dabei wurde aber tatsächlich nur an der Oberfläche des achten Erdkontinents gekratzt.

Den Mond umfliegende Satelliten haben zudem gezeigt, dass es Sauerstoff und Wassereis auf dem Mond gibt. Diese Ressourcen könnte man für zukünftige Raumflüge nutzen.

Vorhang auf für den nächsten Akt

Die ESA lädt nun Dienstleistungsunternehmen mit den richtigen Ideen zur Teilnahme an einer einjährigen Studie ein, in der eine Demonstrationsmission für diese Vorort-Verwendung von Ressourcen (ISRU) entwickelt werden soll. Wir möchten herausfinden, was kommerzielle Partner von uns brauchen und im Gegenzug mitteilen, was wir von ihnen erwarten.

Zusammen möchten wir sondieren, wie man die Exploration des Mondes zu einem realisierbaren, wettbewerbsfähigen und vor allem nachhaltigen Unterfangen machen kann.

Wir wollen wieder Astronauten zum Mond schicken, um dessen Geheimnisse zu entschlüsseln und ihn als Ausgangspunkt für die zukünftige bemannte Erkundung des fernen Weltraums zu nutzen. Kontaktieren sie uns, wenn Sie ein kommerzielles Unternehmen sind, das sich dieser Herausforderung stellen und auf dem Vermächtnis von Neil Armstrong und Buzz Aldrin aufbauen möchte.

Hier gibt es weitere Informationen und Details zum Einreichen von Vorschlägen. Bewerben können Sie sich hier.

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