Den Weltraum auf der Erde simulieren - zwei Einrichtungen schließen sich dem ESA-Netzwerk für die Raumfahrtforschung an

8 Februar 2019

Wissenschaft ist überall, aber die Möglichkeiten, Forschung im Weltraum durchzuführen, können begrenzt sein. Daher arbeitet die ESA mit Instituten in ganz Europa zusammen, und baut ein Netzwerk von bodengebundenen Einrichtungen auf, die verschiedene Aspekte der Raumfahrt nachbilden können.

Von Strahlung über Schwerelosigkeit und Isolation bis hin zu mangelndem irdischen Komfort stehen Astronauten und Roboter auf Missionen im Weltraum, fernab der Heimat, vor vielen Herausforderungen.

Um diese meistern zu können, wurden zwei neue Einrichtungen in das europäische Netzwerk der Orte aufgenommen, an denen sich Forscher über die ESA für die Durchführung von Raumfahrtversuchen auf der Erde bewerben können.

Maschine simuliert die Schwerkraft auf dem Mars

In Toulouse, Frankreich, verfügt die Wissenschaftliche Gruppe für Weltraumbiologie und -medizin mit Unterstützung der französischen Weltraumagentur CNES über eine Reihe von Instrumenten, die die Mikrogravitation für Pflanzenexperimente nachbilden können. Eine davon ist eine Maschine zur zufälligen Positionierung, die ihr Experiment beim Drehen entlang aller Achsen bewegt und es über einen längeren Zeitraum auf den Kopf stellt und von links nach rechts dreht.

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Multigen ExperimentAccess the image

Über Wochen oder Monate hinweg geht die Wirkung der Schwerkraft im Schnitt gegen Null, so dass die Forscher untersuchen können, wie Pflanzen in verschiedenen Schwerkraftstufen wachsen und darauf reagieren.

Die Anlage in Toulouse verfügt auch über einen Generator für Niedrigstrahlung, der Zellen mit ähnlicher Strahlungsintensität beschießt, wie sie Pflanzen auf dem Mars oder im Erdorbit erfahren würden. Diese Art von pflanzlichen Experimenten ebnen den Weg für Gewächshäuser im Weltraum und könnten dazu beitragen, dass Astronauten auf langen Missionen abseits der Erde ihre eigenen Lebensmittel anbauen.

Weltraumsimulatoren in Deutschland

Der zweite Neuzugang kommt aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), wo in sog. Planetary Space Simulation Facilities getestet wird, wie biologische und chemische Materialien auf die Bedingungen im Weltraum reagieren.

Die DLR-Labore ermöglichen es, Zellen und Teilchen verschiedenen Bedingungen auszusetzen, z.B. Ultrahochvakuum, verschiedenen Gaszusammensetzungen, extremen Temperaturen, UV-Strahlung und Röntgenstrahlen. Dies unterstützt Forscher dabei, ihr Experiment oder ihre Hardware besser auf die Realität der Raumfahrt vorzubereiten.

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Labor zu Simulation von Planeten- und Weltraum-UmgebungAccess the image

"Wie bei jeder Expedition ist die Vorbereitung und Erprobung der Ausrüstung der Schlüssel zum Erfolg", sagt Jennifer Ngo-Anh, Leiterin des ESA-Forschungsteams für Astronautische Raumfahrt, "je besser wir auf die extremen Umweltbedingungen vorbereitet sind, denen Menschen und Roboter bei der Erforschung unseres Universums ausgesetzt sind, desto besser ist das Ergebnis der Missionen.

Wir bieten Forschern modernste Einrichtungen in ganz Europa und über unseren Planeten hinaus, um Experimente durchzuführen und das Wissen über unsere Welt zu erweitern. Ich freue mich sehr, diese beiden Standorte in die Liste mit unseren Partnern aufzunehmen und hoffe, dass es in Zukunft weitere wegweisende Forschungsprojekte geben wird."

Interessierte europäische Forscher können sich mit ihrem Experiment hier bewerben.

Wissenschaft findet sich bei der ESA überall. Neben der Erforschung des Universums und der Beantwortung der großen Fragen über unseren Platz im All entwickeln wir die Satelliten, Raketen und Technologien, um dorthin zu gelangen. Wissenschaft hilft uns auch, uns um unseren Heimatplaneten zu kümmern. Die ganze Woche über stellen wir verschiedene Aspekte der wissenschaftlichen Forschung bei der ESA vor. #ScienceAtESA

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